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0 Erklär mir mal… Warum stellt der Physiotherapeut mir so viele Fragen?

  • bei Physiomarblogger
  • 27-09-2020
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Der Patient kommt mit Rückenschmerzen und erwartet Besserung, es wird aber zuerst „nur“ darüber gesprochen, Beweglichkeit getestet und Kraft getestet. Dafür muss in vielen Fällen die erste 20-minütige Therapieeinheit herhalten. So kommt manchmal Frust auf, weil der Patient sich mit seinem Problem nicht ernst genommen fühlt. Es wurde „ja gar nicht behandelt“.

Problem erkannt, Problem gebannt.

Wenn man sich nicht die Zeit nehmen würde das Problem genau zu analysieren, dann sind alle Maßnahmen und Übungen zufällig in die Behandlung geworfen. Man behandelt dann quasi blind. Würden Sie ihr Auto in eine Werkstatt bringen, wo die Mechaniker auf gut Glück irgendein Teil austauschen welches das Problem versucht haben könnte? Wohl kaum. In einer Werkstatt wird der Fehler über eine Schnittstelle ausgelesen und es kann eingegrenzt werden, welches Bauteil wirklich Probleme macht. Diese Schnittstelle haben wir Menschen leider nicht, also nehmen wir uns Zeit Ihr Problem und Ihren Körper zu verstehen. Sie sollten sich also bei einem Therapeuten gut aufgehoben fühlen, der sich Ihrem Problem befundorientiert nähert.

Qualität hat ihren Preis.

Gerade junge Therapeuten werden leider immer wieder mit Ablehnung konfrontiert und das nur weil sie so arbeiten wollen wie sie es gelernt haben. Qualität hat ihren Preis und der ist in diesem Fall weder Dollar noch Euro, sondern eben die nötige Behandlungszeit. Zeit die nicht verloren ist, sondern investiert wird in Sorgfalt. Das sorgt dann dafür, dass Ihr Therapeut sich auch außerhalb dieser 20-minütigen Einheit Gedanken zu Ihrem Problem machen kann. Kein Therapeut kann jeden Aspekt ihres Problems im Gedächtnis behalten und immer sofort parat haben. Wenn jede Nuance Ihres Problems aber auf Papier festgehalten wird, werden später beim zweiten Blick vielleicht die richtigen Zusammenhänge erst richtig klar, entweder beim selbstständigen Überlegen oder auch im Austausch mit Kollegen.

Nahtloser Übergang der Therapie.

Im Falle von Krankheit oder Urlaub müssen die Kollegen außerdem über Ihr Problem Bescheid wissen, damit die Therapie nahtlos weitergehen kann. Das kann nur über eine gründliche Dokumentation funktionieren. Es ist einfach unmöglich vor dem Urlaub eine ausführliche Übergabe zu machen bei 115 Behandlungen pro Woche. Schon gar nicht wenn man das alles aus dem Gedächtnis kramen soll.

Sorgfältig, Engagiert, Professionell

Sollten Sie also einen Therapeuten gefunden haben der bei der ersten Therapieeinheit „ja gar nicht behandelt“ und stattdessen Ihr Problem ernst nimmt, dann halten Sie ihn fest statt ihn zu entmutigen. Unser Berufsstand braucht sorgfältiges Arbeiten, engagierte Therapeuten und professionelle Dokumentation.

 

SL

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